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Das andere Bayern als Aktion

Aufruf der Aktion "Das andere Bayern"
"Jahr für Jahr werden bayrische Städte dazu mißbraucht, in Deutschland und der Welt ein Bild des Landes Bayern zu produzieren, das nur eine Karikatur der Wirklichkeit ist: Vilshofen, Sonthofen, Passau ..."

Die Namen solcher traditionsreichen Städte werden auf diese Weise mit einer aggressiven Politik verbunden, die zu Unrecht konservatives Ressentiment mit bayrischem Brauchtum gleichsetzt. Die Unterzeichnung dieser Erklärung, Schriftsteller, Wissenschaftler, Künstler, die in Bayern leben und arbeiten, wollen sich mit dieser Aschermittwochstradition nicht mehr abfinden und haben deshalb die Aktion "Das andere Bayern" ins Leben gerufen.

Wir lassen nicht mehr zu, dass die politische Kraft, die die Mehrheit in diesem Land gewonnen hat, einer oberflächlichen Publizistik die stichworte für höhnische Abziehbilder liefert und eine unbegriffene antibayrische Tradition nährt, deren Abwehr bei vielen Bürgern dieses Landes eine voreilige Identifikation mit dieser politischen Kraft bewirkt.
(...)
Bayerns Kultur und Literatur ist reich an kritischer Tradition; ...
(...)
unterzeichneten 25 Aufrufende die zum Teil dann später Artikel zum Buch beisteuerten oder es herausgaben, und Marianne Koch, Herbert Achternbusch, Peter Hamm, Alexander Kluge, Walter Kolbenhoff, Florian Sattler, Kurt Sontheimer, Werner Sörgel, Thomas Thieringer, Reiner Zimnick.

Das andere Bayern als Buch

external image 9783485003193-de.jpgLesebuch zu einem Freistaat

Redaktionelle Mitarbeit: Franziska Sperr und Patrick Süskind
Nymphenburger Verlagsbuchhandlung München 1976

"weder stellt es Bayern als ein vergamsbärteltes und verlederhostes Bierparadies dar, in und mit dem es sich gut leben läßt, wenn man es nur nicht recht ernst nimmt - noch will es Bayern als Konservenbüchse der Reaktion verteufeln, als spiele jeder Zwiefache nur einer neuen Ära Metternich auf."

Inhalt:
Dagobert Lindlau: Die Zähmung der Bayern.
Erich Kuby: Von der Gaudi der Bayern.
Kurt Rittig: Feuchtwanger und sein "Erfolg".
Hans Dollinger: Oskar Maria Graf, ein Dichter und Rebell aus Bayern.
Reinhard Baumgart: Jenseits von Oberbayern.
Wolfgang Ebert: In Bayern in der Fremde.
Dieter Lattmann: "Ich bin ein Verfassungsfreund!".
Cordula von Godin: Die rechte Schulordnung.
Carl Amery: Der Untergang Bayerns.
Diemut Schnetz: Bürgerinitiativen - auch in Bayern.
Hans-Peter Bleuel: Arsenal-Industrie.
Bernt Engelmann: Reservat Tegernsee.
Wolfgang R. Langenbucher: Die Presse(konzentration) und ihre Folgen in Bayern.
Dieter Hildebrandt: Das Fernsägen.
Alfred Horné: Bayrische und andere Gefahren für die Rundfunkfreiheit.
Wolfgang Ruppert: Der Kampf der fränkischen Liberalen.
Willy Albrecht: Die frühe organisierte Arbeiterbewegung in Bayern.
Peter Kritzer: Wilhelm Hoegner - ein bayrischer Sozialist.
Christian Ude: Die Handschrift des "Bayrischen Löwen".
Peter Glotz: Bayern und die deutsche Politik.

Das andere Bayern als Verein

Die Erfolgsgeschichte eines Wandkalenders
viele weitere Aktionen

Das andere Bayern im Archiv

Bestand im Archiv der Arbeiterbewegung (erste Sichtung, weiteres zu finden ...)
Das andere Bayern Stadler / Pilwousek 1982 / 83
Vorstandskorrespondenz, Protokolle Mitgliederversammlungen, Mitgliederlisten,

Buch „Das andere Bayern“30.- Mark, Bestellungen, Reaktionen,
Adressenlisten für Mitgliederwerbung, Verteiler-Listen incl. Hochschulen

Aktion zum Wittelsbacher-Jahr
weitere Planungen zur Bücherverbrennung,
Vorbereitungsmaterial zu Veranstaltungen Oskar Maria Graf

Kalender auf das Jahr 1982“ als Erfolgsgeschichte
Werbung, Reaktionen, Bestellungen

Ausstellungskonzept 1982
„Leben und Arbeiten im Industriezeitalter“ an Staatsregierung

Die langjährige Schriftführerin

Am 6. Oktober 2014 ist Ingelore Pilwousek überraschend verstorben. Niemand hat das Archiv der Münchner Arbeiterbewegung so geprägt wie sie. Sie war seit 1989 Mitglied des Vereins, führte es als Vorsitzende von 1992 bis 2013 und stand uns seitdem als Ehrenvorsitzende hilfreich zur Seite. Jeder der sie kannte weiß mit welchem Willen und welcher Überzeugung sie für das Archiv und seine Projekte gekämpft hat. Vieles wäre ohne sie nicht möglich gewesen.
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Sie leitete nicht nur das Archiv über die Arbeiterbewegung, sie war auch selber ein aktiver Teil dieser Bewegung. Sie begann ihre berufliche Laufbahn als Bürohilfe, nebenher lernte sie abends Englisch und Stenographie und schaffte den Sprung zur Stenotypistin in einer Anwaltskanzlei. Schon früh war sie in der Gewerkschaftsjugend aktiv. Später engagierte sie sich in der gewerkschaftlichen Frauenarbeit, sie vertrat die DGB Frauen auch von 1992 bis 1997 im bayerischen Senat.

Das zweite Thema, dass ihr immer am Herzen lag war die Bildungspolitik. Sie war Geschäftsführerin von Arbeit und Leben, Bildungsreferentin der SPD Südbayern und Geschäftsführerin des bayerischen Seminars für Politik. Hier hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft verfolgter Sozialdemokraten legte sie mit dem Buch „Verfolgung und Widerstand“ eine umfassende Zusammenstellung vor, über Münchner Sozialdemokraten in der NS-Zeit.

Sie vertrat als Vorsitzende der SPD AG 60 Plus München lange die Interessen von Seniorinnen und Senioren in dieser Stadt. Dies ist nur ein kurzer Auszug über die Aktivitäten von Ingelore. Aber es zeigt, dass die Arbeiterbewegung mit ihr eine wichtige Person verliert.

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Bis zuletzt war Ingelore aktiv gegen den Krieg, und bei der Ausstellungs-Eröffnung des Arbeiterachiv im DGB-Haus